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Elegantes Scheitern: Warum Effizienz ohne Effektivität wertlos ist

  • Autorenbild: BAV
    BAV
  • 4. März
  • 2 Min. Lesezeit

In vielen Unternehmen wird optimiert, bis die Prozesse glänzen. Doch oft wird dabei die wichtigste Frage übersehen: Optimieren wir überhaupt das Richtige?

Kürzlich habe ich auf LinkedIn einen Gedanken geteilt, der eine grundlegende Verwechslung in unserer Arbeitswelt thematisiert:

Das Original-Statement: Richtig vs. Wichtig„Viele Unternehmen optimieren Prozesse. Nur leider oft die falschen. Warum? Weil sie Effizienz mit Effektivität verwechseln.Der Managementdenker Peter Drucker brachte es schon vor Jahrzehnten auf den Punkt: “Efficiency is doing things right; effectiveness is doing the right things.”Ein einfacher Satz. Zwei völlig unterschiedliche Konzepte. Und genau hier liegt das Problem. Ich sehe es regelmässig in Organisationen:📌 Prozesse werden optimiert – aber niemand fragt, ob der Prozess überhaupt sinnvoll ist. 📌 Meetings werden effizienter geplant – aber niemand fragt, ob das Meeting überhaupt nötig wäre. 📌 Neue Tools werden eingeführt – aber die zugrunde liegende Struktur bleibt unverändert.Das Ergebnis? Effizienz ohne Effektivität. Oder anders gesagt: Elegantes Scheitern. Bevor du den nächsten Prozess optimierst, stell zuerst eine einfachere Frage: Ist es überhaupt der richtige Prozess?“

Die Resonanz: Wenn Effektivität zur politischen Frage wird

Die Diskussion zu diesem Beitrag hat einen entscheidenden blinden Fleck offenbart: Warum fällt es uns so schwer, die Effektivitätsfrage überhaupt zu stellen?

In der Fachdebatte (unter anderem mit Experten für Organisationsdesign) wurde klar: Effizienz ist technisch, Effektivität ist persönlich.

Wer fragt: „Machen wir die richtigen Dinge?“, hinterfragt zwangsläufig die Entscheidungen der Vergangenheit. Einen Prozess zu optimieren ist eine methodische Aufgabe, die niemanden angreift. Einen Prozess jedoch komplett infrage zu stellen, bedeutet oft, die Person zu hinterfragen, die ihn einst eingeführt hat.

Fazit: Effektivität braucht Kultur

Effektivität ist damit keine rein strategische, sondern eine kulturelle und oft sogar politische Herausforderung. Wahre Strukturklarheit in Unternehmen entsteht erst dann, wenn eine Kultur herrscht, in der das Hinterfragen der „Daseinsberechtigung“ von Abläufen erlaubt ist.

Echte Führungsarchitektur bedeutet, den Mut aufzubringen, liebgewonnene, aber nutzlose Abläufe zu beenden, statt sie nur digital zu verschönern.

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