Das grösste Projekt der Welt II
Das Grösste Projekt der Welt II
Frieden gilt als Aufgabe der Politik.
Dieses Buch behandelt ihn als Projekt.
Kriege werden minutiös dokumentiert, mit Schlachten, Truppenstärken, Generälen und Frontverläufen.
Beim Frieden bleibt die Aufmerksamkeit gerne beim grossen Moment.
Delegationen treten zusammen, Staatsmänner unterschreiben, die Fotografen bekommen ihr Bild. Danach wird es ruhig. Die Arbeit beginnt allerdings erst dort.
Fritz J. Bicker liest sieben historische Friedensordnungen durch die Brille des Projektmanagements.
Als Raster dient HERMES, die Projektführungsmethode der Schweizerischen Eidgenossenschaft, erweitert um eine sechste Betrachtungsebene, den Betrieb. Jede Phase erhält einen Fall, an dem ihre Bedeutung besonders sichtbar wird.Der Vertrag von Kadesh (1259 v. Chr.) hielt bis zum Ende beider Reiche und setzt den Massstab. Der Nikiasfrieden scheiterte an einem unvollständigen Auftrag. Die Pax Romana organisierte Stabilität über Systemarchitektur. Der Westfälische Frieden schuf unter denkbar schlechten Voraussetzungen eine Ordnung, auf die sich Europa anderthalb Jahrhunderte lang berief. Der Wiener Kongress führte ein neues Europa ein, während Napoleon von Elba zurückkehrte. Versailles zeigt, wie weit ein formaler Abschluss von einem tragfähigen Ergebnis entfernt sein kann. Und der Marshallplan beweist, was möglich wird, wenn Frieden einen Betrieb bekommt.
Jedes Kapitel trennt gesicherte Fakten von Analyse und persönlicher Einschätzung. Psychologische Einschübe von False Consensus über Verlustaversion und Reziprozität bis Reaktanz verbinden Geschichte mit Verhaltensforschung. Beispiele aus der Beratungspraxis des Autors übersetzen jede Phase in den Alltag heutiger Organisationen. Eine offengelegte Nutzwertanalyse bewertet jeden Fall in Prozent, vom tiefsten Wert für Versailles bis zum höchsten für den Marshallplan.
Die These des Buches ist einfach und hat Folgen. Frieden muss organisiert werden.
Wer den Unterzeichnungsmoment mit dem Ergebnis verwechselt, zahlt die Differenz später. Das galt für Ramses II. und Hattusili III. Es galt in Versailles 1919. Und es gilt für jede Organisation, die glaubt, ein Projekt sei abgeschlossen, weil der Vertrag unterschrieben ist.
Ein Buch für Projektleiterinnen und Projektleiter, Führungskräfte, Beraterinnen und Berater sowie für alle, die Geschichte mit anderen Augen lesen wollen. Ein eigenes Einführungskapitel erklärt HERMES so, dass auch Leserinnen und Leser ohne Projektmanagement-Hintergrund jeder Bewertung folgen können.
Fritz J. Bicker ist eidgenössischer Organisator und Inhaber der BAV Trend GmbH in Zürich. Er begleitet seit mehr als drei Jahrzehnten Organisationen im Gesundheitswesen sowie in der Finanz- und Logistikbranche. «Das grösste Projekt der Welt II» führt die HERMES-Analyse seines ersten Bandes über den Irankrieg 2026 fort. Diesmal geht es um den Frieden.

